PISCO ELQUI

Pisco Elqui liegt malerisch in die chilenischen Anden gebettet auf einer Höhe von 1200 m. Es herrscht ein trockenes Halbwüstenklima. Die Durchschnittstemperaturen im Sommer schwanken zwischen 26°C und 30°C und steigen auf maximal 40°C an. Der Winter ist kurz, von Ende Juni bis Ende August, und ist dazu noch recht warm mit einer Durchschnittstemperatur von 15°C. Regen fällt sehr selten und macht Pisco Elqui damit zu einem ganzjährig attraktiven Urlaubsziel.

Der Namen verrät es bereits, Pisco Elqui ist bekannt durch den hochprozentigen Trester, der aus den Trauben des Tals destilliert wird. Der Pisco soll bereits im 16 Jh. hergestellt worden sein. Das Nationalgetränk der Chilenen gab dem Ort allerdings erst 1939 seinen Namen. Der damalige Präsident Videla, der ebenfalls aus der Region stammte, taufte das Dorf La Union einfach in Pisco Elqui um. Damit wollte er den Markennamen Pisco gegenüber den Peruanern schützen, die die Erfindung des Getränkes ebenfalls für sich beanspruchten.
Heute ist der Pisco nicht nur zu einem Markenzeichen der Region geworden, in ganz Chile findet sich der beliebte Aperitif Pisco Sour wieder.

Zu besichtigen ist in Pisco Elqui die Destille Mistral. Während einer Führung erhält man einen genauen Einblick in das Herstellungsverfahren und bekommt einen guten Schluck Pisco zur Verkostung.
Ein Abstecher lohnt sich auch zur ältesten Pisco-Brennerei Chiles Los Nichos, etwa 4 Kilometer weiter talaufwärts, mit seiner interessanten alten Bodega.
Wer den Weg nicht zu Fuß entlang der Anden zurücklegen möchte, kann die Gelegenheit nutzen und eine Reittour mit einem der ortsansässigen Huasos (chilenische Cowboys) machen. Außer Wandern und Reiten bieten sich Mountainbiketouren, der Besuch des höchstgelegenen Weinguts Chile oder auch der Besuch des Kunsthandwerk-Dorfes Horcon an.
Kaum zu glauben, aber für Wassersportler wie Kitesurfer und Windsurfer ist die Umgebung von Pisco Elqui sehr interessant. Im Valle Elqui befindet sich der größte Stausee der Region der durch seine tägliche Windgarantie bisher noch ein Geheimtipp unter Surfern ist. Den Transport von La Serena nach Pisco Elqui und zum Stausee bietet das El Tesoro de Elqui an.

CHILE ALLGEMEIN

Chile verfügt über eine extreme Nord-Süd-Ausdehnung von 4.270 km, unter Berücksichtigung der Antarktischen Territorien sogar über 8.000 km, und ist durchschnittlich 180 km breit. Die Osterinsel im Südpazifik gehört ebenso wie zahlreiche kleinere Inseln zu Chile. Diese enorme Ausdehnung Chiles, vergleichbar mit einem Nord-Süd Gefälle durch ganz Europa von Dänemark bis jenseits der Wüste Sahara, beherbergt – mit Ausnahme der Tropen – eine große klimatische Vielfalt.

Die höchste Erhebung Chiles ist der Berg Nevado Ojos de Salado mit 6.880 m in den imposanten Anden. Diese ziehen sich durch ganz Chile und stellen gleichzeitig die Grenze zu Argentinien dar. Sie bieten dem Besucher ein unglaubliches Panorama, gerade auch im Winter, wenn die Gipfel schneebedeckt sind.

Etwa 15 Mio. Einwohner leben in Chile, der Großteil von ihnen in Städten. Die Hauptstadt Santiago zählt ca. 5,6 Mio. Einwohner.
Chile hat eine der niedrigsten Analphabetenquote des gesamten Kontinents und eine sehr stabile Wirtschaft.
Reisende können sich sicher und frei durch das ganze Land bewegen. Das meist genutzte Transportmittel ist der Bus, der meist einen hohen Komfort zu niedrigen Preisen bietet.

NORTE CHICO, 4. REGION

Das Land ist von Norden nach Süden in 13 Regionen unterteilt. Die 4. Region Coquimbo liegt zwischen dem 29. und dem 32. Breitengrad und grenzt im Osten an Argentinien und im Westen an den Pazifik. Im Norden wird die Region begrenzt durch die Region Atacama und im Süden durch die Region Valparaiso. Sie verfügt über eine Fläche von 40.579,9 km2 und repräsentiert 5,4 % des gesamten Landes.

LA SERENA

Die Hauptstadt der Region Coquimbo und damit Verwaltungssitz ist La Serena, die zweitälteste Stadt Chiles. La Serena liegt 470 km nördlich von Santiago, am Pazifik. Die Stadt wurde 1544 gegründet, da dieser Ort als Handelspunkt sehr wichtig war. Auch katholische Missionare erkannten die gute Lage als Stützpunkt für Expeditionen nach Süden. Ihnen hat die Stadt ihre 29 Kirchen zu verdanken.

La Serena ist auch die Geburtsstadt des Präsidenten Gabriel Gonzales Videla. Zu Amtszeiten hat dieser die Stadt sehr begünstigt und immer wieder erneuern und renovieren lassen, so dass sie nun im Kolonialstil glänzen kann. Wahrzeichen der Stadt ist heute der Leuchtturm. Hierhin führt eine lange Avenida von der Stadtmitte und weiter bis zum Meer.
Die ausgezeichnete Lage am Pazifik, eine Promenade mit etwa 8 km Strand sowie ein nationaler Flughafen machen La Serena damit zu einem idealen Urlaubsziel, besonders auch für Kurzurlauber aus Santiago.

VALLE ELQUI

Am Rand der Atacama-Wüste befindet sich hier ein ausgesprochen fruchtbares, exotisches Tal – das Valle Elqui, in dem neben Wein auch Papayas, Chirimoyas, Zitrusfrüchte und Avocados wachsen. Schon die Inkas wussten um das besondere Mikroklima dieser Gegend. Dem Valle werden außerdem besonderer Eigenschaften zugesprochen, da es auf einem der Weltmeridiane liegen soll, den sogenannten Chakren. Dementsprechend heißt es, das Tal sei voller magnetischer Energie, die sich heilsam auf Geist und Körper auswirken.

VICUNA

Gute 60 km von La Serena entfernt, befindet sich die Ortschaft Vicuna, die 1821 von General O’Higgins gegründet wurde. Man erreicht es von Süden kommend über eine lange Brücke über den Rio Elqui.
Der Ort ist besonders durch Gabriela Mistral bekannt geworden. Die chilenische Schriftstellerin, die als erste und einzige Frau Lateinamerikas den Literaturnobelpreis erhielt, wurde dort als Lucila Godoy Alcayaga geboren.
In Vicuna wird sie u.a. mit einem Museum, das sich in ihrem Geburtshaus befindet, geehrt.
Sie war zu Lebzeiten ihrer Heimat sehr verbunden und wurde nach ihrem Tod 1957 in Monte Grande beerdigt.

Das Leben spielt sich in Vicuna rund um die Plaza de Armas ab. Dort befinden sich weitere Museen, wie z.b. das Museo Entomologico oder das Museo Historico de Elqui.
Aufmerksamkeit zieht auch der Torre Bauer auf sich. Benannt ist er nach dem einstigen Bürgermeister Vicunas, Adolfo Bauer, der ihn als Andenken an seine deutschen Vorfahren aus Ulm importieren ließ. Heute befindet sich die Touristeninformation in diesem Gebäude.

Möchte man ein wenig mehr Zeit in Vicuna verbringen, lohnt sich der Weg zum Aussichtspunkt Cerro de la Virgen. Von dort erhält man einen fantastischen Aus- und Überblick über die Region.

STERNE

Einen Blick ganz anderer Art haben die Observatorien rund um Vicuna zu bieten. Nirgendwo sonst ist der Himmel so klar und sternenüberfüllt wie im Valle de Elqui. Dieses Phänomen beruht auf zwei Gründen. Zum einen ist die Entfernung zu den Städten so groß, dass wenig Licht abstrahlen kann. Zum anderen hält der feine Küstennebel störende Staubpartikel aus der Atmosphäre fern.
So entsteht ein klarer, tagsüber tiefblauer Himmel über der Halbwüste, der gute Sternensicht an über 320 Tagen im Jahr garantiert.
Dies ist auch der Grund, warum sich rings um Vicuna auf den Berggipfeln drei der wichtigsten Observatorien der Welt befinden: El Tololo ist ein Gemeinschaftsprojekt chilenischer und US-amerikanischer Universitäten.
Las Campanas liegt am nördlichsten und gehört zum Carnegie-Institut.
La Silla hingegen wird von einer europäischen Forschungsgemeinschaft unterhalten.
Alle drei Observatorien sind zu besichtigen, allerdings nur tagsüber und mit langen Anmeldefristen.
Für Touristen interessanter ist daher die Sternwarte Mammalluca, ein Geschenk der USA. Dort wird die Sternenwelt mit Hilfe einer Multimedia-Show und sehr ambitionierten Personal eindrucksvoll nahegebracht. Durch den Blick des 12 Zoll Teleskops kann man die Ringe des Saturns oder die Krater des Jupiters erkennen, während der Führer bereist begeistert vom nächsten Sternbild berichtet.
Führungen finden in Englisch und Spanisch statt, sie können im Büro des Observatoriums in Vicuna gebucht werden.

Folgt man nun der Routa 41 kommt man nach gut 120 km an die Polizeistation vor der argentinischen Grenze. Die Schotterstraße führt von dort aus weiter bis zum 4753m hochgelegenen Pass Aguas Negras, der allerdings nur während der Sommermonate zugänglich ist.

Um jedoch weiter ins Valle Elqui zu gelangen, muss man bei Rivadavia von der Routa 41 Richtung Paihuano abbiegen.
Hinter Paihuano, wo sich der das Rathaus und der Sitz der Gemeinde Paihuano befindet, schlängelt sich die Strasse immer weiter in das enger werdende Tal hinein.

In Monte Grande kann man das Grab von Gabriela Mistral besichtigen und auch hier befindet sich ein Museum um die bekannte Bürgerin des Ortes zu ehren.
Hier teilt sich der Fluss Elqui in den Rio Cochiguaz des Nebentals und den Rio Claro auf. Gleich hinter Monte Grande befindet sich Pisco Elqui, von dort hat man einen spektakulären Blick in das Andental.